2025
Zeitzeuge Ernst Grube
berichtet vom Holocaust
Anlässlich des Jahrestages der Pogromnacht kam Ernst Grube, einer der letzten Zeitzeugen des Holocaust nach Kempten, um über seine Erfahrungen zu berichten. Die Veranstaltung wurde vom DGB Allgäu, der Gewerkschaft Ver.di, dem Stadtjugendring, dem Projekt "Demokratie leben" und dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen Jugend organisiert.
Bei der Veranstaltung schilderte Ernst Grube Erlebnisse aus seinem Leben, über Verfolgung und Ausgrenzung. Die Teilnehmer und Teilnehmerinnen hatten hinterher die Möglichkeit Fragen zu stellen und zum Austausch.
Ernst Grube wurde im Dezember 1932 in München geboren. Sein Vater wurde als Kommunist (KPD-Mitglied), seine Mutter als Jüdin eingestuft. Nach jahrelanger Verfolgung, Ausgrenzung und Unterdrückung wurde Ernst Grube Anfang 1945 mit seinen (verbliebenen) Geschwistern und seiner Mutter ins Konzentrationslager Theresienstadt deportiert und dort von der Roten Armee befreit.
Nach der Befreiung arbeitete Ernst Grube erst als Malermeister und qualifizierte sich dann zum Berufsschullehrer weiter. Herausragend ist sein beständiges Engagement um Frieden, Verständigung und Demokratie.
Ernst Grube ist Ehrenvorsitzender der VVN-BdA Bayern und Ehrenbürger von München.
Allgäuer Zeitung vom 06.11.2025
Gedenken an die Pogromnacht am 09./10.11.1938
Auch in diesem Jahr beteiligte sich die Initiative STOLPERSTEINE für Kempten und Umgebung an der Gedenkfeier anlässlich der Pogromnacht 1938, zu der das Allgäu-Gymnasium gemeinsam mit der Katholischen Kirche eingeladen hatte. Sie fand am Sonntag den 09.11.2025 vor der Pfarrkirche in Weidach- Oberkottern statt. Die Feier wurde auch wesentlich von den Schülerinnen und Schülern des Allgäu-Gymnasiums gestaltet und neben dem Gedenkstein für das Konzentrationslager abgehalten, der 1995 auf Initiative von Lehrerinnen und Lehrern sowie Schülerinnen und Schüler errichtet wurde.
Großes Engagement des Allgäu-Gymnasiums
Unter der Leitung des Lehrers Klaus Stadelmann gestalteten die Schülerinnen und Schüler eine würdevolle Gedenkfeier.
Vertretung der Stadt
Oskar Krug als Initiator des Mahnmals für das Konzentrationslager und Martin Huss als Vorsitzender der Initiative STOLPERSTEINE wurden offiziell begrüßt. Markus Naumann als Vertreter der Kemptener Kommission Erinnerungskultur sowie der Bürgermeister von Durach, Gerhard Hock bereicherten die Gedenkfeier durch ihre Ansprachen.
Würdig eingerahmt
Pfarrer Hermann Drischberger von der Pfarrei St. Josef der Arbeiter fand nicht nur in einem gemeinsamen Gebet die richtigen Worte, um den Anlass und die Feier in einen würdigen Rahmen einzubetten.
Artikel im Kreisboten vom 11.07.2025:
Schüler des Allgäu-Gymnasiums bringen digitale Stolpersteine in Kempten an
Artikel in der Allgäuer Zeitung vom 05.07.2025:
Schüler des Kemptener Allgäu-Gymnasiums stellen digitale Stolpersteine vor
Stolpersteine werden mit digitalen Informationen ergänzt
03.09.2025
Im Zuge eines Projektes haben Schüler und Schülerinnen des Allgäu-Gymnasiums für 13 in Kempten verlegte Stolpersteine digitale Informationen zusammengetragen, die auf einer Tafel mit QR-Code abgerufen werden können. Mit den Stolpersteinen und den nun zusätzlichen Informationen an dem letzten selbstgewählten Wohnort, wird an jüdische Mitbürger und Mitbürgerinnen erinnert, die während des Nazifaschismus ermordet wurden.
Kemptener Kommission Erinnerungskultur künftig ohne Beteiligung der Initiative STOLPERSTEINE
Initiative STOLPERSTEINE will mehr über Täter informieren
23.07.2025
Die Initiative STOLPERSTEINE für Kempten und Umgebung e.V. hatte sich im August 2022 bereit erklärt, ihren zweiten Vorsitzenden, Dr. Dieter Weber mit seiner Expertise als Historiker in die Kommission Erinnerungskultur der Stadt Kempten zu entsenden. Dies war mit der Erwartung verbunden, dass die Kommission anhand ihrer, sich selbst gesetzten Grundsätze, Empfehlungen zur Verwendung von Namen für Straßen oder Plätze in Kempten für die politischen Entscheidungsgremien erstellt.
In vielen Sitzungen wurden zahlreiche Personen, die bereits Namensgeber sind oder dafür in Erwägung gezogen werden, in der Kommission beraten. Der 2. Vorsitzende Dr. Weber hat jeweils mit fundierten Recherchen zu den fraglichen Personen und ihrer Rolle, Aktivitäten und Verhalten während des Nazifaschismus zu einer faktenbasierten Diskussion beigetragen.
Empfehlungen der Kommission Erinnerungskultur oder Beschlüsse des Stadtrates, bei denen Straßennamen mit Personen versehen werden sollen oder belegt bleiben, die während des Nazifaschismus aufgrund gesicherter Quellen nachgewiesen aktive Kriegsverbrecher (auch Schreibtischtäter zählen für uns dazu!), Kriegsgewinnler und/oder Parteiaktivisten waren, so wird die Initiative STOLPERSTEINE ihre gegenteilige Auffassung hier öffentlich artikulieren.
Damit will die Initiative STOLPERSTEINE klarstellen, dass sie auf keinen Fall an einer Entscheidung beteiligt war oder sein wird, bei der Namen von nachweislichen Kriegsverbrechern, Kriegsgewinnlern oder aktiven Nazifunktionären für Straßen, Plätze, Stadtteile, Schulen oder andere städtische Infrastruktur vorsieht.
Damit sich Bürgerinnen und Bürger, aber auch die Stadträte ein eigenes Urteil machen können, wird die Initative STOLPERSTEINE (unabhängig von der Kommission Erinnerungskultur) auf ihrer Internetseite unter der neuen Rubrik „Bekannte Täter des Nazifaschismus“ mit Fakten, geschichtlichen Daten und Hintergründen über prominente Täter und ihre Rolle im Nazifaschismus informieren. Zahlreiche Personen und Namensgeber (z.B. Ferdinand Porsche, Claude Dornier, Willy Messerschmitt, August Fischer, Otto Merkt) werden derzeit in Kempten, aber auch in vielen anderen Städten Deutschlands diskutiert und Straßen, Stadtteile, Wohnanlagen oder Plätze wurden bereits umbenannt.
Über einzelne Täter könnten ferner öffentliche Informationsveranstaltungen angeboten werden. Dass es dafür ein reges Interesse gibt, offenbarte das erfolgreiche Schüler-Theater-Projekt in Sonthofen, bei dem das kurze Leben des polnischen Zwangsarbeiters Heinrich Sar und seine Ermordung durch Hängen in Sonthofen nachgezeichnet wurde.
Zusätzlich plant die Initiative STOLPERSTEINE eine gesonderte Information an alle Kemptener Stadträte, die ihnen einen faktenbasierten Kurz-Überblick zu den überprüften Personen ermöglicht.
Es gibt also viel zu tun, damit die Taten nicht verschwiegen und die Opfern gehört werden.
Gedenkort im Kemptener Hofgarten erhält Erinnerungsstele
01.06.2025
Die massive Stele im Kemptener Hofgarten gibt mit Informationen zur Friedenslinde, dem Gedenkstein, dem Mahnmal und den bereits verlegten Stolpersteinen Auskunft über diesen besonderen Gedenkort und erinnert an die Opfer und Folgen des Faschismus.
Am Gedenkort im Kemptener Hofgarten wurden die Stolpersteine für die zwei polnische Zwangsarbeiter Boleslaw Baran und Josef Chalupka verlegt. Weitere Stolpersteine für Zwangsarbeiter werden folgen.
Theaterstück erinnert an
den polnischen Zwangsarbeiter Heinrich Saar
01.06.2025
Schülerinnen und Schüler der zehnten Klasse der Sonthofer Mittelschule zeigen mit einem eindrücklichen Theaterstück den Lebens- und Leidensweg des jungen polnischen Zwangsarbeiters Heinrich Sar nach, der während des Faschismus auf unterschiedlichen Bauernhöfen im Allgäu zur Arbeit verpflichtet und zur Abschreckung anderer Zwangsarbeiter öffentlich gehängt wurde. Dieses Theaterprojekt entstand als Idee nach einem Vortrag des Vorstandsmitglieds der Initative STOLPERSTEINE Dr. Dieter Weber und wurde von der Theaterpädagogin Beate Schmidt und begleitet von der Kassenlehrerein Gabriele Kofler realisiert.
Große Beteiligung am Holocaust Gedenktag 2025
in Kempten
31.01.2025
Zahlreiche (insbesondere junge)Bürgerinnen und Bürger waren der Einladung der Initiative STOLPERSTEINE gefolgt und haben sich am 27.01.2025 an der zentralen Gedenkstätte im Kemptener Hofgarten am Holocaust-Gedenktag beteiligt.
Dr. Dieter Weber (2. Vorsitzender der Initiative) berichtete über die Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz und die aktuelle Forschungsarbeit zur Zwangsarbeit im Allgäu.
Die Vertreterinnen (Frau Scharnetzky und Frau Dörfler), Schülerinnen und Schüler des Allgäu Gymnasiums (Katharina Bernhard, Rosalie Eberle, Laura Speiser, Silas Vocke und Paul Wintergerst) stellten ihr Projekt zu den digitalen Stolpersteinen vor und erzählten von vielen wichtigen Begegnungen mit Betroffenen des Holocaust und ihren Nachfahren. Sie wurden dabei von Ralf Lienert unterstützt und begleitet.
Der Kemptner OB Thomas Kiechle stellte in seinem Schlusswort die Bedeutung der lebendigen Erinnerungskultur heraus und bedankte sich bei den Bürgerinnen und Bürgern für ihr Kommen.